Deutsche Gedichte:


Aufwachen!


Der Staat ist hin, er zerbricht,
auf die Nation fällt ein trübes Licht.
Gebückt gehen ihre Bürger, schauen nicht mehr auf,
auf ihrer Kunst und Kultur steht: „Ausverkauf “!

Ins Land gelassen haben sie jedes arme „Lamm“.
Weil nie wieder sein darf: „Sieg, Heil, meine Nation“. O Gott verdamm!
Die Zeit, als diese Worte fielen, ist schon lange her,
es ist, als ob jedes Wort davon vom Teufel gewesen wär.

Drum ist Deutscher zu sein heute noch immer eine schwere Bürde,
man kann sein Haupt dennoch weiter tragen - mit Würde!
Doch soll`s nun der Islam sein, der dieses Land erleuchten kann?
Nein! Aber damit fängt das Feuer im ganzen Land zu brennen an!

Ihr Söhne und Töchter dieser Nation,
wachet auf, das Feuer brennet schon!
Es verdirbt den Wein und auch das Korn.
Erhebt Euch, sonst bleibt Euch in Zukunft nur Euer Zorn!

Pierre Sens




Deutschland


Deutschland in Wintertagen.
Deutschland in der Nacht.
Deutschland voller Unbehagen,
stürzend, taumelnd
und um die Sinne gebracht.

Deutschland, mein Deutschland,
sag`, wo gehest du hin?
Deutschland lieb Vaterland,
bist so furchtbar abgezockt und abgebrannt,
sag` mir, wo ich bin?!

Deutschland, oh Deutschland,
deine Menschen sind in Not.
Deutschland, oh Deutschland,
wer gibt den Menschen jetzt
ihr kümmerlich täglich Brot?

Deutschland feiert nimmermehr Feste.
Deutschland wurde um sein Reichtum gebracht.
Deutschland wir wünschen dir nun das Allerbeste,
hier gehen jetzt die Lichter aus,
also dann Deutschland: "Gute Nacht"!

Pierre Sens




Der deutsche Michel


Der Michel ist ein braver Mann,
den alle Welt gebrauchen kann.

Die Regierung nimmt ihn gerne aus,
sein Gelde reicht so nur noch fürs Laubenhaus.

Nie gibt es mal Hummer, lediglich Freitags Fisch,
auf dem Schrebergartentisch.

Stets soll der Michel froh und fleißig sein,
doch seine Penunzen streichen sich gerne andere ein.

In seiner Hütte ist es daher selten warm,
denn so ausgeplündert bleibt der Michel arm.

Der Michel soll dennoch bloß nicht klagen,
sonst wird er noch hinterrücks erschlagen.

Protestiert er doch, kommt er hinter eine Anstaltswand,
im neuen deutschen Michel-Land.

Pierre Sens




Deutsche Helden


Ihr wack`ren Deutschen seid die Sieger,
euch überstrahlt Heldenglanz,
ihr seid starke mutige Krieger,
euch umgibt kein Mummenschanz.

Mit eurer Kraft und eurem Mute
wird Deutschland ewig leben,
haltet euch eure Heimat stets zu Gute,
mit Verstand und mit scharfem Degen.

Nur von Helden wird unser Land gerettet,
nur von Menschen wie du und ich,
sonst werden wir von fremden Mächten angekettet,
das sei in des deutschen Herzen ein tödlicher Stich.

Ruhm und Glanz gebührt den Deutschen Helden,
diese halten zusammen das deutsche Band,
die sich nicht unterkriegen lassen sind immer dieselben,
geliebtes deutsches Vaterland.

Pierre Sens




Deutsches Land


Land der Deutschen, deutsches Land.
Land der Götter, Deutschlands Unterpfand.
Rufen wir uns ins Gedächtnis,
den Göttern zum Vermächtnis,
die Heimat wurde nach seinem Volk benannt,

Land der Väter, deutsches Vaterland,
blühe, blühe nur, kräftig mit siegeswilliger Hand.

Land der Deutschen, deutsches Land.
Auf dich gründet sich unser heiliger Grund,
ewig zusammenhalten sollen wir uns zu einem Bund.
Einigkeit und Treue halten dann für immer stand,
denn die Deutschen halten fest an ihrem deutschen Vaterland.

Land der Mütter, deutsche Muttererde,
auf das Deutschland mit dir zum Elysium werde.

Land der Deutschen, deutsches Land.
Dieses Reich zu verteidigen sei zu schwören,
einem einig Deutschland anzugehören.
Kommen zu viele Fremde in dieses Land,
zerreißt es Deutschlands Friedensband.

Land der Denker, deutsches Dichterland,
in dir spiegelt sich der Olymp in märchenhaftem Gewand.

Land der Deutschen, deutsches Land.
Nur dem eigenen Volke kannst du vertrauen,
niemals sollst du dein Reich auf fremde Völker bauen.
Das Land sollst du eines Tages deinen Kindern vererben,
Deutschland muß verteidigt sein, wirst du eines Tages sterben.

Land unserer Kinder, deutsches Land.
Blühe für sie auch in Zukunft kräftig - mit siegeswilliger Hand.

Land der Deutschen, deutsches Land.
Zeig deine Größe, zeige Stärke, habe Macht.
Und deine Gegner fürchten sich vor dir mehr als vor der finsteren Nacht.
Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt,
Deutschland ist größer als seine jetzige Grenze, auf dieser Welt.

Land der Deutschen, deutsches Land,
ewig großes deutsches Vaterland.

Pierre Sens




Deutschland retten


Hört Ihr Leut` und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat zehn geschlagen!
Zehn Gebote sollen es sein,
die Ihr setzt für Deutschland ein!

Hört, Deutsches Volk, und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat elf geschlagen!
Den Staat wachen lassen kann derzeit nichts nützen,
Ihr müßt selbst wachen, Ihr müßt Deutschland schützen!

Hört Ihr Leut` und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat zwölf geschlagen!
Zwölf, das ist die höchste an der Zahl,
ihr müßt Deutschland retten, ihr habt keine andere Wahl.

Hört, Deutsches Volk, und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat eins geschlagen!
Volk, durch Eure Güte und Macht,
haben dann alle Deutschen wieder eine gute Nacht.

Hört Ihr Leut` und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat zwei geschlagen!
Bleibt Ihr Deutschen Euch fromm und treu,
erblüht Deutschland immer wieder neu!

Hört, Deutsches Volk, und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat drei geschlagen!
Die Deutschen sind das größte Volk der Welt,
anderes zu denken, sei jedem selbst anheim gestellt.

Hört Ihr Leut` und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat vier geschlagen!
Viel getan hat das Deutsche Volk für Dich,
nun geh` los und verrate es nicht!

Hört, Deutsches Volk, und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat fünf geschlagen!
Fünf mal steht ihr vor des Gottes Tor,
zeigt ihm die Deutschlandfahne, hebt sie hoch empor!

Hört Ihr Leut` und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat sechs geschlagen!
Nehmt das Regieren selbst in die Hand,
ihr seid Deutschlands großartiges Unterpfand!

Hört, Deutsches Volk, und laßt Euch sagen,
unsre Glock` hat sieben geschlagen!
Ewig sollst Du der Sieger sein,
Deutschland gehört den Deutschen allein!

Pierre Sens




Was ist des Deutschen Vaterland?


Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist’s Preussenland, ist’s Schwabenland?
Ist’s, wo am Rhein die Rebe blüht?
Ist’s, wo am Belt die Möwe zieht?
O nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist’s Bayerland, ist’s Steierland?
Ist’s, wo des Marsen Rind sich streckt?
Ist’s, wo der Märker Eisen reckt?
O nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?
Ist’s Pommerland, Westfalenland?
Ist’s, wo der Sand der Dünen weht?
Ist’s, wo die Donau brausend geht?
O nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne mir das große Land.
Ist’s Land der Schweizer, ist's Tirol?
Das Land und Volk gefiel mir wohl
doch nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne mir das große Land.
Gewiß, es ist das österreich
an Ehren und an Siegen reich?
O nein! nein! nein!
Sein Vaterland muß größer sein!

Was ist des Deutschen Vaterland?
So nenne endlich mir das Land!
So weit die deutsche Zunge klingt
und Gott im Himmel Lieder singt,
das soll es sein!
das, wackrer Deutscher, nenne dein!
das nenne dein!

Das ist des Deutschen Vaterland
wo Eide schwört der Druck der Hand,
wo Treue hell vom Auge blitzt
und Liebe warm im Herzen sitzt.
das soll es sein!
das, wackrer Deutscher, nenne dein!
das nenne dein!

Was ist des Deutschen Vaterland
wo Zorn vertilgt den welschen Tand
wo jeder Frevler heißet Feind
wo jeder Edle heißet Freund
Das soll es sein, das soll es sein
das ganze Deutschland soll es sein

Das ganze Deutschland soll es sein!
O Gott vom Himmel, sieh darein!
Und gib uns rechten deutschen Mut
daß wir es lieben treu und gut!
Das soll es sein!
Das soll es sein!

Das ganze Deutschland soll es sein!


Ernst Moritz Arndt (*1769 - † 1860), gedichtet 1813.




Das Lied der Deutschen


Deutschlandlied - Hymne

Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt,
wenn es stets zu Schutz und Trutze
brüderlich zusammen hält.
Von der Maas bis an die Memel,
von der Etsch bis an den Belt.
Deutschland, Deutschland über alles,
über alles in der Welt.

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang,
sollen in der Welt behalten
ihren alten schönen Klang.
Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang.
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang.

Einigkeit und Recht und Freiheit
für das deutsche Vaterland,
danach laßt uns alle streben
brüderlich mit Herz und Hand.
Einigkeit und Recht und Freiheit
sind des Glückes Unterpfand.
Blüh' im Glanze dieses Glückes,
blühe deutsches Vaterland!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (*1798 - † 1874)

Die Musik zum „Lied der Deutschen“ komponierte Franz Joseph Haydn (*31.03.1732 - † 31.05.1809) im Jahr 1797. Ursprünglich hatte Haydn die Musik für den letzten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Franz II. komponiert.

Am 10.08.1922 erklärte der damalige Reichspräsident Friedrich Ebert das „Lied der Deutschen“ mit allen drei Strophen zur Nationalhymne des Deutschen Reiches.

Im Jahr 1991 wird die 3.Strophe des Deutschlandliedes in einem Briefwechsel des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker mit Bundeskanzler Helmut Kohl zur offiziellen Nationalhymne des wiedervereinigten Deutschlands erklärt. Sie entscheiden sich dafür, die ersten beiden Strophen wegfallen zu lassen.






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