Renteneintrittsalter absenken!

Immer wieder beglücken uns diejenigen Politiker (und dazu die sogenannten "Wirtschaftsweisen"), welche allesamt die Pudel des Großkapitals sind, mit ihrer „Erkenntnis(welche nichts weiter als eine Forderung der Wirtschaftsherrscherklasse ist), man müsse das Renteneintrittsalter auf weit über 65 Jahren erhöhen, also bis weit über 70 Jahre hinaus, am besten bis 73 (*1 siehe Links unten), sonst sei die Rente in Gefahr, weil nicht mehr finanzierbar, beispielsweise wegen geburtenschwacher Jahrgänge. Die Alten würden sonst auf Kosten der Jüngeren leben. Dies ist absoluter Unfug und soll nur den wahren Grund vernebeln, nämlich das dies ein Ansinnen des Großkapitalismus ist, zur Vermehrung ihres Vermögens. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, weil die Politik von CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne in den letzten Jahren (Jahrzehnten) immer mehr das Großkapital bedienten und Sozialleistungen abgebaut haben, womit das Vermögen des Volkes von unten nach oben verschoben wurde. Die soziale Errungenschaft der Rente (die einst von Bismarck ausging, er führte1889 die Rentenversicherung ein), wollen sie sukzessive abschaffen. Also immer weiter rauf mit dem Renteneintrittsalter; denn wer erst mal gestorben ist, der braucht keine Rente mehr. Und je länger jemand arbeitet, um so größer ist die Möglichkeit das derjenige stirbt, bevor er in den Genuß einer Rente kommen kann.

Anders formuliert: Das Vermögen, welches für die Finanzierung der Renten notwendig ist, will das Großkapital für sich einheimsen, um noch reicher zu werden, bzw. den Aktionären noch größere Dividenden auszahlen zu können.

Aber will die Arbeiterklasse das?

Ich denke, die wenigsten Arbeitnehmer werden damit einverstanden sein. Überhaupt ist es volkswirtschaftlich unsinnig das Renteneintrittsalter zu erhöhen, da es den Elan und die Energie jüngerer Arbeitnehmer ausgrenzt, statt diese sinnvoll zu nutzen. So wie bisher werden nur Arbeitslose produziert, die im besten Lebensalter sind, welche nicht arbeitslos wären, wenn man das Renteneintrittsalter absenken würde.

Es ist also gar nicht nötig das Renteneintrittsalter zu erhöhen, gegenteilig könnten wir es absenken. Welch frohe Kunde für alle Berufstätigen. Sie müssen nur die richtige Partei wählen, die dies auch durchsetzen will. Und zudem in diejenigen Gewerkschaften eintreten, die nicht den Arbeitgebern hier zuvorkommend in die Hände spielen, sondern strikt die Interessen der Arbeitnehmer vertreten.

Es ist alles eine Verteilungsfrage. Man muß den Großkapitalisten schon ein gutes Stück vom Kuchen streitig machen, denn sie wollen immer das größte Stück für sich alleine haben, nach Möglichkeit alles. Die Gier kennt da keine Grenzen. Wie schon angesprochen, wird das Volkskapital von unten nach oben verteilt, weswegen die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht. Die Armen werden noch ärmer, der Mittelstand bricht weg, und die Reichen werden immer reicher (*2 siehe Links unten). Wenigen Reichen gehört so eines Tages das ganze Land. Es wird Zeit für eine Trendwende bei der Verteilung des Volksvermögens. Es muß nun von oben nach unten verteilt werden, damit die Schere wieder zusammen gehen kann.

Wir sollten daher den Großkapitalisten den Zugriff auf das Rentenkapital beschneiden, auch wenn dadurch die Dividenden der Aktienmillionäre geringer ausfallen. Dies geschieht dadurch, indem man die Menschen früher in Rente schickt, als bisher. Dies könnte mit 60 Jahren sein oder vielleicht schon sogar mit 55 Jahren.

Je früher die Menschen in Rente gehen, um so eher bekommen jüngere Arbeitskräfte die begehrten frei werdenden Arbeitsplätze. Jedoch sollte man diejenigen, die man in Rente schickt, eine Brücke bauen freiwillig länger arbeiten zu dürfen, wenn sie ihren Job so sehr lieben, daß sie noch nicht in Rente gehen wollen. Sie könnten beispielsweise ehrenamtlich (oder gegen entsprechendes Entgelt) ihren Nachfolger einarbeiten und betreuen, solange dies notwendig ist. Ein anderes interessantes Modell, statt der Rente (dies betrifft auch Hartz4), wäre das bedingungslose Grundeinkommen; quasi die „Rente direkt nach der Geburt“. Das aber ist ein anderes Kapitel. Siehe:
Bedingungsloses solidarisches Grundeinkommen: Der Weg ins Paradies? Oder eine große Gefahr? .


Pierre Sens, 2016



Buch



*1
IW fordert Rente mit 73 - Der Tagesspiegel
Deutsche müssen sich auf Rente mit 73 einstellen - Focus Money
Deutsche müssen sich auf Rente mit 73 einstellen - Welt
Forderungen aus CDU nach höherem Renten-Eintrittsalter - Yahoo

*2
Reiche immer reicher - Focus
Warum die Reichen immer reicher werden - Der Tagesspiegel